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Tierarzt-Notdienst: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen (GOT Leitfaden)

In einem medizinischen Notfall ist die Sorge um das Haustier groß. Niemand möchte sich in diesem Moment Gedanken um Geld machen. Dennoch ist es wichtig zu wissen, dass die Kosten für den tierärztlichen Notdienst in Deutschland durch die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) gesetzlich geregelt sind.

Dieser Leitfaden erklärt transparent, welche Gebühren auf Sie zukommen, damit Sie sich voll und ganz auf die Gesundheit Ihres Tieres konzentrieren können.

1Die "Notdienstgebühr" (Pauschale)

Seit Februar 2020 sind Tierärzte gesetzlich verpflichtet, im Notdienst eine feste Grundgebühr zu berechnen.

  • Die Kosten: 50,00 € netto.
  • Gesamtbetrag: 59,50 € (inkl. 19% MwSt.).
  • Wann sie anfällt: Diese Pauschale wird bei jedem Besuch zu Notdienstzeiten fällig, unabhängig von der Art der Behandlung. Sie dient dazu, die Bereitstellung des Personals rund um die Uhr zu finanzieren.

2Erhöhte Behandlungssätze (2-fach bis 4-fach)

Während der regulären Sprechzeiten rechnen Tierärzte meist den "1-fachen Satz" ab. Im Notdienst müssen diese Sätze erhöht werden, um die Nacht- und Wochenendzuschläge für das Personal zu decken.

  • Minimum: 2-facher Satz.
  • Maximum: 4-facher Satz.
  • Üblich: Die meisten Kliniken berechnen nachts den 2,5-fachen bis 3-fachen Satz.

Rechenbeispiel: Eine allgemeine Untersuchung, die tagsüber ca. 23,62 € kostet, kann nachts gesetzlich bis zu 94,48 € kosten – zuzüglich der pauschalen Notdienstgebühr von 59,50 €.

3Wann gilt der "Notdienst"?

Die erhöhten Gebühren gelten gesetzlich (GOT § 3a) in folgenden Zeiträumen:

ZeitraumUhrzeitStatus
Nachts (Mo-Fr)18:00 Uhr bis 08:00 UhrNotdienst-Tarif
WochenendeFreitag 18:00 Uhr bis Montag 08:00 UhrNotdienst-Tarif
Feiertage0:00 Uhr bis 24:00 UhrNotdienst-Tarif

4Mobile Tierärzte & Anfahrtskosten

Wenn Sie einen mobilen Notdienst nutzen, der zu Ihnen nach Hause kommt, fallen zusätzlich Wegegelder an (GOT § 10):

  • Kilometergeld: 3,50 € pro Doppelkilometer.
  • Mindestsatz: 13,00 € pro Fahrt.
  • (Alle Preise zzgl. MwSt.)

5Bezahlung & Versicherung

  • Sofortige Zahlung: Im Notdienst ist es üblich, die Behandlung direkt vor Ort zu bezahlen. Akzeptiert werden in der Regel Bargeld und EC-Karte (Girocard). Kreditkarten werden oft, aber nicht immer akzeptiert.
  • Keine Rechnung: Ein Kauf auf Rechnung ist bei Neukunden im Notdienst meist nicht möglich.
  • Versicherung: Eine Tierkrankenversicherung oder OP-Versicherung übernimmt diese Kosten in der Regel (achten Sie auf den "4-fachen GOT-Satz" in Ihrer Police).

Häufige Fragen (FAQ)

Kann ich die 50 € Notdienstgebühr verweigern?

Nein. Diese Gebühr ist gesetzlich vorgeschrieben und darf vom Tierarzt im Notdienst nicht erlassen werden.

Was kostet ein typischer Notfallbesuch?

Für kleinere Behandlungen (z.B. Erbrechen) sollten Sie mit 150 € bis 250 € rechnen. Sind Röntgenbilder, Bluttests oder eine OP nötig, steigen die Kosten schnell auf 500 € bis 1.000 €.

Gibt es eine günstigere Alternative?

Wenn keine Lebensgefahr besteht, warten Sie bis zur regulären Sprechstunde (meist ab 8:00 oder 9:00 Uhr). Bei Verdacht auf Vergiftung, Magendrehung oder Atemnot sollten Sie jedoch keinesfalls warten – die Kosten sind es wert, das Leben Ihres Tieres zu retten.